Reisebericht Besuch in Lwala vom 24. Januar 2017 bis zum 11.2.2017

Teilnehmer: Ingbert Dawen, Hermann Boos, Melanie Müller

Dienstag, 24. Januar 2017: Anreise…. Wir fliegen von Frankfurt über Brüssel nach Entebbe. Ein Flug von gut 6.000 km, anstrengend, aber alleine der Anblick vom Abendrot über der Sahara entschädigt für fast alles. Erreichen Entebbe abends gegen 21 Uhr Ortszeit. 2 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. Man merkt, dass man in einer teilweise analphabetischen Gesellschaft ankommt: Beim Aussteigen aus dem Flieger werden die Bordkarten erneut geprüft und dann noch mal verglichen, wenn man sein Gepäck abgeholt hat. Es ist heiß, zumindest für uns, die wir aus -10°C kommen. Fahrer Joseph und 3 Begleiter erwarten uns – schließlich haben wir jeder an die 50 kg Gepäck dabei, da braucht es 2 Autos und helfende Hände. Wir fahren nach Kampala ins Hotel, danach gibt es in der Stadt das erste ugandische Essen und Bier.

Mittwoch, 25. Januar 2017: Weiterreise nach Lwala mit dem Auto. Nach einem landestypischen Frühstück aus Bananen und Weißbrot geht’s los, 360 km Fahrt, also an die 8 Stunden hierzulande. Eine kurze Pause gibt es in Mbale an der kenianischen Grenze. Hier ist es trocken-heiß. Danach weiter über den Nil nach Nordwesten. Bisher sind die Straßen geteert, aber alle paar 100m eine oder mehrere Hubbeln. Links und rechts der Straße Kühe und Ziegen, sobald irgendwo Leute wohnen, stehen dort auch Ladenverschläge und überall laufen Kinder rum. Das Leben spielt sich an der Straße ab. Es wird schon dunkel, als wir endlich von der Straße Richtung Lwala abfahren, der Asphalt ist zu Ende, hier gibt es nur festgefahrene Erde und Schlaglöcher. Stoppen an der Kneipe, das Bier ist warm, Kühlung gibt es heute wohl keine. Alle sind neugierig auf die Muzungus (die Weißen). Dann geht’s weiter zur Parish, Father Joseph erwartet uns. Wir sitzen noch kurz auf der Terrasse, es ist Neumond und man sieht einen wunderbaren Sternenhimmel, ganz ohne Störungen strahlen endlos viele Sterne wie Diamanten auf schwarzem Samt. Nach einem Abendessen fallen wir alle nur noch in die Betten.

Donnerstag, 26. Januar 2017: Ingbert zeigt uns die Umgebung. Links vom Gästehaus steht Father Denis‘ Haus, dann geht’s zur Jungenschule. Gegenüber vom Gästehaus die alte Kirche und die Baustelle für die neue. Weiter unten im Dorf die Mädchenschule und das Krankenhaus. Vieles ist baufällig, manches kann man nicht mehr nutzen, manches könnte man sanieren. In der alten verfallenen Schule wachsen Bäume und wir sehen eine kleine Schlange. Das Nebengebäude sieht recht intakt aus – hier könnte unsere Schulkantine hin. Noch sind Ferien, also können wir uns in Ruhe umsehen. Auf dem Weg ins Dorf treffen wir auf die Kinder der Krankenhausangestellten, zumindest auf ein paar von ihnen. Sie begleiten uns, sind glücklich mit den verteilten Stofftieren. Die Mädchenschule ist in einem ähnlichen Zustand wie die Jungenschule. Hier treffen wir auf eine Lehrerin. Sie zeigt uns den Aufbau der Schule und erklärt, dass die Ferien im Februar zu Ende sind. Ugandische Kinder haben Schulpflicht, müssen aber trotzdem Schulgeld zahlen. Die Grundschule umfasst 7 Jahre, die weiterführende Schule dann noch 4 Jahre. Das Schulgeld für die Grundschule ist nicht so hoch, für die weiterführende Schule kann es dann exorbitant teuer werden. Die Höhe des Schulgeldes wird vom Staat festgelegt. Je größer der Ort umso teurer die Schule. Je teurer die Schule umso besser die Qualität der Ausbildung. Wir gehen weiter zum Krankenhaus, dort ist viel los. Auf dem Gelände laufen zwischen den Leuten die Hühner und Schweine rum, Plastik und anderer Abfall verbreitet sich im halbvertrockneten Gras. Unter den Bäumen überall Menschen. In Uganda kommen die Angehörigen mit ins Krankenhaus, bekochen, waschen und pflegen ihren Patienten. Ausgebildete Krankenschwestern sind selten und überlassen die Arbeit dazu oft den Lehrmädchen oder anderen Hilfskräften; vor allem die Nachtschicht. Man zeigt uns die verschiedenen Stationen: Männer, Frauen, Kinder, Geburten. Täglich kommen in diesem Krankenhaus bis zu 5 Babys auf die Welt. Der Kreißsaal sieht recht gut aus. Auch der OP ist sauber. In der Apotheke sind die Regale schön beschriftet, es liegt aber fast nichts drauf. Die Medikamente „verschwinden“ immer auf „unerklärliche Weise“…. Auf der Männerstation gibt es Moskitonetze, bei den anderen fehlen sie, auch wenn die Vorrichtungen da sind und die Netze gestiftet wurden. Ebenso sollten Solarpaneelen auf den Dächern liegen, aber Fehlanzeige. Der große Generator ist kaputt, es ist niemand da, der ihn reparieren kann, also läuft das ganze Krankenhaus über einen kleinen Generator, falls der Strom ausfällt. Wir gehen dann noch beim ehemaligen GED-Haus vorbei, das nun die Ärzte bewohnen. Rita ist hier Haushälterin und führt uns rund. Ingbert ist enttäuscht, dass vieles, was sie damals aufgebaut haben, nunmehr brach liegt: Das Hühnerhaus, der Garten, der Grill…

Freitag, 27. Januar 2017: Gespräch mit Father Denis. Er eröffnet uns, dass am Samstag die neuen Priester ordiniert werden und dabei die Möglichkeit besteht, dass er versetzt wird. Wie soll das Projekt ohne ihn weitergehen? Wir klären erst einmal die Dinge mit ihm, auf die wir Einfluss haben: Finanzen: 500 EUR Spende vom Serriger Priester, Kontostand bei Father Denis (von den damals hinterlegten 3 Mio Shilling wurden die beiden Ochsen angeschafft, es sind noch 1,3 Mio Shilling übrig). Father Denis informiert uns, dass eine Entscheidung bez. Der Ochsen ansteht, da einer der beiden faul ist und sich hinlegt, sobald er angespannt wird. Father Denis schlägt vor, die beiden zu verkaufen, sobald der Preis stimmt und dann vier kleinere anzuschaffen. Wir stimmen zu. Wir bitten Father Denis um diverse Dankschreiben und Quittungen. Danach besprechen wir den Arbeitsvertrag für Jane mit ihm. Wir zahlen Jane 70.000 Shilling im Monat und lassen das Geld für 1 Jahr im Voraus bei Father Denis. Wir regen das Thema Schulspeisung und Patenschaften an, wobei Father Denis etwas zurückhaltend bei der Frage der Kantine ist. Wir erfahren, dass in der Schule Kugelschreiber benötigt werden. Nach dem Gespräch gehen wir mit Plüschtieren, Schuhen und Kleidung zum Krankenhaus, das Verteilen endet im Chaos, die Menschen stürzen sich auf die Sachen, ob es nun passt oder nicht. Geschafft von dieser Aktion besuchen wir zwei von Ingberts Kontakten in ihren Rundhütten. Überall muss man dann was Essen und Trinken. Und immer schön Hände waschen vor und nach dem Essen. Hier treffen wir auf den kleinen Ingbert Dawen, Michaels Enkel.

Samstag, 28. Januar 2017: Ziegenmarkt. Hermann und Ingbert kaufen 18 Ziegen. Die Witwen hatten schon das ein oder andere Zicklein zu uns gebracht. Nachmittags verteilen wir die gut 20 Ziegen an die Witwen und werden dafür gefeiert. Der Ziegenpreis ist etwas niedriger als gedacht, das liegt daran, dass in Uganda im Februar die Steuern bezahlt werden müssen, sodass die Leute ihre Tiere verkaufen, um flüssig zu sein. Viel Angebot, niedrigerer Preis. Der Marktaufseher verlangt dann noch Kaufsteuer und Abtransportgebühr. Zumindest für die Kaufsteuer gibt es Belege, aber auch hier heißt es handeln, handeln, handeln. Abends packen wir unsere Taschen, denn am nächsten Tag soll es auf eine kleine Rundreise gehen. Da wir so viel vor haben, wird die Reise um 2 Tage gekürzt.

Sonntag, 29. Januar 2017: Um 7 Uhr beginnt die Sonntagsmesse und dauert bis 10 Uhr. Wir gehen später hin, Father Denis sieht uns und ruft uns am Ende nach vorne. Die Leute in der Kirche singen und tanzen, zeigen ihre Freude, dass wir da sind. Father Denis stellt uns vor – und erwähnt mehrmals unsere Namen, weil die Leute ihre Kinder nach uns nennen wollen. Wir fahren zum Murchinson-Falls-Nationalpark. Hier sehen wir Elefanten, Nilpferde, Krokodile, Affen, Vögel und Warzenschweine. Die Löwen und Giraffen halten sich versteckt. Und wir fahren mit dem Schiff zum Nil-Wasserfall. Der ist sehr beeindruckend, die ganze Gegend vibriert vor Energie. Wir schlafen in der Red Chilli Lodge, sitzen abends am Feuer. Es ist alles sehr touristisch und für uns schon ungewohnt.

Montag, 30. Januar 2017: Morgens früh rast eine Horde Paviane über unsere Terrasse – sie hatten sich bei den Campern ein Frühstück klauen wollen, wurden aber verscheucht. Großes Geschimpfe bei den Affen… Wir fahren zu den Wasserfällen, diesmal oberhalb und schauen uns die Wasserkraft an. Es gibt für ganz Uganda nur ein Kraftwerk, leider nutzen sie die Wasserkraft nicht, das wäre genug Strom fürs Land… Danach müssen wir uns beeilen, denn wir wollen zu den Ssese-Islands und die letzte Fähre geht um 17 Uhr und es ist ein weiter Weg… Joseph fährt wie der Teufel, aber in Kampala ist Stau wegen Bauarbeiten. Wir überqueren den Äquator und erreichen die Fähre in allerletzter Sekunde: Sie hat schon abgelegt, das Auto passt nicht mehr drauf, aber wir Passagiere können noch mit, müssen aufspringen. Bei Ankunft auf der Insel möchten wir mit einem Bustaxi nach Kalangala, aber leider sind die Taxis alle voll. Ein Jugendlicher möchte uns mit dem Boda Boda (dem Taximoped) hinbringen, aber der Preis ist immens. Da taucht Maurice auf, er ist Umweltbeamter und gerade auf dem Weg nach Hause und nimmt uns mit. Unterwegs haben wir dann eine Autopanne, aber da packen alle mit an und bald läuft der Motor wieder. Natürlich müssen wir ein warmes Bier bei ihm trinken, danach bringt er uns zum Hotel. Jeder von uns bekommt seine eigene kleine Blockhütte direkt am Strand, sehr schön. Es gibt leckeren Fisch und dann sind wir alle geschafft.

Dienstag, 31. Januar 2017: Hier sind die Nächte kühl, im Gegensatz zu Lwala habe ich hier sogar eine Wolldecke gebraucht. Es regnet morgens, aber der Tag wird doch schön. Hier ist alles grün, karibisch. Man sieht Kolibris in allen Farben und jede Menge Blüten. Kurz nach dem Frühstück kommt Joseph an. Wir sind wieder mobil und fahren in den Ort, Bankgeschäfte erledigen und zum Supermarkt und auch zum Internetcafé – endlich mal wieder erfahren, was in der Welt so los ist und Kontakt zu unseren Lieben aufnehmen. Danach gehen wir etwas spazieren und erreichen ein Fischerdorf mit Kneipe. Natürlich sind wir die Attraktion! Werden betrachtet wie die Affen im Zoo. Abends gibt es eine Insekteninvasion im Hotelrestaurant: Für eine gute Stunde schwirrt es überall, dann sterben die Tiere und werden rausgekehrt. Jetzt können wir essen. Danach gehen wir zum Strand, dort kann man am Feuer sitzen. Die Hotelangestellten bringen Holz und – Plastik! Hier wird ein Feuer nie nur aus Holz gemacht…

Mittwoch, 1. Februar 2017: Heute fährt Joseph uns kreuz und quer über die Insel. Wir sehen viel Monokultur aus Ölpalmen. Palmöl ist eines der teuersten Speiseöle in Uganda – und bei uns eins der billigsten. In einem Fischerdorf gehen wir etwas trinken und sind erstaunt: Von außen nur eine Mauer und ein Tor, dahinter Hotelzimmer und eine Bar wie in der Karibik. Das lokale Soda ist supersüß, es klebt einem an den Zähnen. Danach geht es zurück nach Kalangala, die hiesige Bank bietet einen sehr guten Wechselkurs, sodass wir einen Großteil des Projektgeldes eintauschen. So etwas dauert, ich warte mit Joseph und Hermann draußen. Da taucht ein Amerikaner auf, natürlich unterhalten sich Muzungus, wenn man so ganz selten mal auf jemanden trifft. Er ist Vietnam-Veteran und Pastor, der ein medizinisches Hilfsprojekt betreibt und in Korruptionsfallen geraten ist. Er erklärt uns auch gleich seinen religiösen wie politischen Standpunkt, der so gar nicht mit unserem übereinstimmt. Nachdem er weg ist, erklärt Joseph uns die ugandischen Waffengesetze: es dürfen nur Armee, Polizei und Wachschutz Waffen tragen, es gibt keine Waffenscheine für Privatleute und wenn man mit Waffe erwischt wird, gilt man als potentieller Straftäter oder Rebell und geht für bis zu 15 Jahre ins Gefängnis. Zurück im Hotel entspannen wir am Strand während der großen Mittagshitze. Nachdem es abgekühlt ist, schauen wir uns einen kleinen Privatzoo an: Antilopen und Vögel.

Donnerstag, 2. Februar 2017: Wir verpassen die Fähre um 8 Uhr, die nächste geht erst um 10 Uhr. Es muss jeder einzeln registriert werden, die Passagiere dürfen nicht im Auto sitzen bleiben. Alles voll geregelt. Diesmal bekomme ich meine Äquatortaufe! Danach wollen wir die Fähre über den Lake Kiyoga nehmen, die soll schon um 16 Uhr gehen, also rast Joseph den Weg entlang. Die Fähre geht aber erst um 17.30 Uhr, sodass wir vor Ort Zeit haben. Hier gibt es gekühlte Cola und wir sitzen im Schatten. Spielen mit den Kindern. Auf der Fähre sitzen eine Frau mit ihren beiden Kindern bei uns. Wir kommen schnell in Kontakt, wie üblich mit den Menschen hier. Joseph möchte nun so schnell es geht nach Lwala, es wird dunkel und wir sind auf Schotterpisten unterwegs. Der aufgewirbelte Staub ist wie dichter Nebel, man sieht kaum die Hand vor Augen. Und überall laufen Tiere und Menschen, sind Fahrräder und Mopeds unterwegs. Wir sind alle froh, als wir ankommen. Der Strom ist ausgefallen, gut, dass wir alle Taschenlampen haben.

Freitag, 3. Februar 2017: Wir verteilen die restliche Babykleidung im Krankenhaus. Diesmal klappt das besser, wir haben Father Denis und Verwaltungsleute vom Krankenhaus dabei. Die andere Kleidung und die restlichen Schuhe werden wir an die Witwen verteilen. Um 11 Uhr sollen wir zum großen Mangobaum bei der Kirche kommen, denn die Witwen, die im Vorjahr eine Ziege bekommen hatten, möchten uns danken. Viel Gesang, Tanz und Gejohle. Es ist alles sehr emotional. Es werden Reden gehalten und Geschenke übergeben. Nachmittags fahren wir nach Dokolo, finden dort aber kein Internet-Café. Also zurück und Papierarbeiten erledigen. Wir haben erfahren, dass die Schulkantine unsere finanziellen Möglichkeiten sprengen würde, also suchen wir nach Alternativen und finden sie in einer Mais- und Reismühle. Natürlich machen wir lokalen Müllern keine Konkurrenz und bauen die Mühle nicht in der Nähe. Janes Anwesen scheint uns geeignet. Abends lädt Grace uns ins Restaurant ein, eine Seltenheit! Der Strom ist noch nicht wieder da. Die Überlandleitung ist wohl beschädigt, es kann dauern. Also gibt es weiterhin nur warmes Bier.

Samstag, 4. Februar 2017: Ziegenmarkt. Es ist heiß und staubig, überall schreien die Leute und die Tiere. Wir kaufen 50 Ziegen, der Preis ist immer noch niedrig, zahlen Abtransport und Marktsteuern. Das Verladen der Tiere ist nichts für Zartbesaitete, die Männer werfen die Ziegen wie Kisten auf den Pickup. Danach spazieren wir über den Markt, kaufen Stoffe. Rückfahrt mit dem Buda Buda. Sonnenbrand. Dann Ziegen verteilen an die Witwen. Abends sind wir bei Sarah eingeladen, diesmal können wir zu Fuß hin.

Sonntag, 5. Februar 2017: Wir gehen zur Messe. Father Denis informiert die Leute, dass wir in den kommenden Tagen die Babyziegen einsammeln werden. Danach fahren wir nach Soroti zum Markt und auch ins Internet-Café. Knapp außerhalb von Soroti steht ein Monolith, aus dem die Leute in Handarbeit Steine für den Straßenbau brechen und zerkleinern. Hermann und Ingbert gehen auf Bergtour. Ich warte mit Joseph als auf einmal die örtlichen Männer auftauchen und von uns Gebühren verlangen. Wir warten auf die anderen beiden, die Sache wird geklärt, es gibt ein paar Geschenke aber kein Geld. Wir fahren weiter nach Ococia, dort betreibt Truus ein Projekt. Sie ist Holländerin und setzt sich für Behinderte ein. Neben dem Krankenhaus hat sie eine Schule für geistig behinderte Kinder bauen lassen. Wir schauen uns alles an und bleiben über Nacht dort. Treffen 6.000 km weg von zu Hause auf zwei junge Frauen aus Trier und der Eifel, die dort ihr soziales Jahr verbringen. Anders als in Lwala hat Ococia Wasserprobleme, sodass die Toilettenspülung nicht genutzt werden darf. Gespült wird mit Brunnenwasser aus einem Eimer. Duschen ist nicht…

Montag, 6. Februar 2017: Fahrt nach Soroti zum Baumarkt. Wir möchten für Father Denis vom Geld des Serriger Priesters Regenrinnen und Regentonnen für das Gästehaus und sein Privathaus kaufen. Es dauert lange. Nachmittags werden die ersten Ziegen eingesammelt und neu verteilt. Die Frauen haben uns erklärt, sie würden auch Böckchen nehmen, sodass wir nur 5 Böcke behalten, 4 fürs BBQ an Ingberts Geburtstag und einen für die Einladung in den Konvent. Der Strom ist wieder da!

Dienstag, 7. Februar 2017: Erneut Rundfahrt zu Witwen zum Einsammeln von Ziegen. Es macht riesig Spaß, stehend im Pickup mitzufahren. Allerdings weit weniger, wenn 20 Ziegen dabei sind und überall koten und pinkeln. Es wird schon Routine, Ziegen zu verteilen. Abends sind wir bei den Franziskanerinnen zum Essen eingeladen. Die Frauen sind sehr lustig, es wird viel gelacht und getanzt. Wir haben ihnen einen schwarzen Ziegenbock als Gastgeschenk mitgebracht – sie verstehen die Anspielung nicht.

Mittwoch, 8. Februar 2017: In Mädchenschule Schuhe verteilt und Patenkinder ausgesucht. Schulgebühren sind für Mädchen höher als für Jungs, trotzdem können wir 12 Mädchen übernehmen. Danach möchten wir in Dokolo einkaufen für die Geburtstagsparty, werden aber nicht fündig. Also müssen wir wieder nach Soroti, 65 km bis zum Supermarkt… Jane hat uns zum Abendessen eingeladen, sie wohnt in klassischen Lehmrundhütten und ganz ohne Strom. Aber mittlerweile ist Vollmond und man sieht recht gut.

Donnerstag, 9. Februar 2017: Heute steht alles im Zeichen von Ingberts Geburtstag. Harriet und ich fahren nach Soroti zum Einkaufen. Lebensmittel werden auf dem Markt gehandelt. Es dauert ewig lange! Danach noch in diverse Supermärkte, da die Sortimente doch sehr unterschiedlich sind. Es ist Nachmittag, bis wir wieder zurück sind. Die Party ist ein voller Erfolg – afrikanische Musik und viel Tanz inbegriffen. Die heiße Schlacht am kalten Büffet verläuft anders, als gedacht: Erst wir, dann die geladenen Gäste und am Schluss die ungeladenen Gäste. Es reicht nicht, nicht alle bekommen etwas. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Es wird gefeiert bis gegen 2 Uhr früh.

Freitag, 10. Februar 2017: Heute werden die Patenschaftsverträge mit den Mädchen unterzeichnet. Sie kommen mit ihren Eltern, die meisten sind sehr schüchtern und ziemlich überfordert. Hermann nimmt alles auf Video auf. Draußen sind die Arbeiter mit der Regenrinne und den Sockeln für die Regentonnen beschäftigt. Außerdem müssen wir packen, denn es geht schon am nächsten Morgen nach Hause… Abends gibt Pastor Samba, ein Pfingstchrist, unsere Abschiedsparty. Es ist sehr laut, es sind viele Kinder da. Pastor Samba ist ein Original, seine Familie sehr lieb und man merkt richtig, wie sehr sich da alle mögen.

Samstag, 11. Februar 2017: Morgens nach dem Austausch von Telefonnummern und Email-Adressen geht es los Richtung Flughafen. Wir quetschen uns in Father Denis‘ Auto. Er möchte, dass wir auf dem Weg bei seinen Eltern vorbei fahren. Auch unser Fahrer Joseph möchte uns seiner Familie vorstellen, die in Kampala lebt. Der Weg ist weit, unterwegs werden wir von der Polizei angehalten, weil Joseph versucht hat, hinter einem Mannschaftswagen am Stau vorbeizufahren. Es wird gefeilscht und geredet und dann wird die drakonische Strafe von 200.000 Shilling auf 5 Sodas reduziert. Nach einem Nachmittagssnack bei Josephs Familie fahren wir weiter nach Entebbe zum Flughafen. Viel Umarmen und Grüßen, dann checken wir ein. Unser Flug hat Verspätung, dann fliegen wir erst nach Ruanda und von dort über den Kongo nach Brüssel. Auf dem Weg überfliegen wir einen aktiven Vulkan, das sieht sehr beeindruckend aus im Dunkeln!

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