Diese Erweiterung unserer Hilfe für die notleidende Bevölkerung bedarf einer kleinen Erklärung.

Die Landbevölkerung in Uganda lebt in etwa so wie die Bauern in Mitteleuropa vor 200 Jahren. Die Feldarbeit erfolgt fast ausschließlich von Hand; gelebt wird in kleinen, selbstgebauten Hütten, ohne fließendes Wasser oder Strom.

Die Menschen in Uganda leben von dem, was sie selbst anbauen können. Maschinen und Traktoren gibt es nicht, denn diese sind zu teuer und oft fehlt es am Wissen, sie zu bedienen oder bei einer Panne reparieren zu können. Die Felder sind gerade mal so groß, dass man sie in ein bis zwei Tagen bearbeiten kann. Es werden verschiedene Pflanzen (Casava, Mais, Süßkartoffeln, Kochbananen) angebaut, damit der Nahrungsbedarf rund ums Jahr weitestgehend gewährleistet sein sollte. Fruchtbares Land ist ausreichend vorhanden, aber große Teile liegen brach. Oftmals scheitert es an der nicht realisierbaren Arbeitsleistung.

Weniger arme Menschen, beziehungsweise Familienbünde, die etwas mehr Geld zur Verfügung haben, bestellen ihre Felder mithilfe eines Ochsenpfluges. Dies bedeutet eine erhebliche Steigerung der Arbeitsleistung, denn Mithilfe der Ochsen können größere Felder noch schneller bewirtschaftet werden.

 

Die Anschaffung eines Ochsen sowie des dazu gehörigen Pfluges ist teuer; zusätzlich müsste der Einzelne auch für den Unterhalt des Ochsen aufkommen. Oft sind die Landflächen der  Familien auch zu klein, um den Ochsen ausreichend und gewinnbringend einsetzen zu können. Hier beginnt eine weitere Idee, der Hilfe zur Selbsthilfe.

Wir vom Freundeskreis Ziegen für Lwala haben zwei Ochsen und einen Ochsenpflug dank der Spendengelder finanziert. Das Gespann wird an die notdürftigen Familien gegen eine geringe Selbstkostenbeteiligung vermietet. Und somit wurde erneut ein weiterer Arbeitsplatz geschaffen, denn wir haben einen Führer für den Ochsenpflug eingestellt, der sich auch um das Wohlergehen der Ochsen kümmert und die Verantwortung für die Bearbeitung der Felder und die Planung der anstehenden Arbeiten übernimmt.

Wenn Sie sich fragen, warum wir den bedürftigen Familien den Ochsenpflug nicht umsonst zur Verfügung stellen, dann lautet die Antwort wie folgt: Etwas, das nichts kostet, das möchte jeder haben. Und auf etwas, das nicht mir gehört, muss ich nicht groß Obacht geben.

Die Miete der Ochsen soll 3 Euro pro Tag betragen, alles inbegriffen. Zwei Euro erhält der Ochsenführer als Tageslohn und 1 Euro wird für das Futter der Ochsen und eine spätere Neuanschaffung von Ochsen zur Seite gelegt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Ochsenführer ein Einkommen hat und auch die alten Witwen jemanden haben, der ihnen das Feld nach Bedarf bestellen kann; eine Arbeit, die diese alleine oft nicht mehr zu bewerkstelligen vermögen.

Sollte einer der Ochsen in die Jahre kommen und somit seine Arbeit nicht mehr verrichten können, so wird er geschlachtet und sein Fleisch unter den Bedürftigen verteilt.

     

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